Montag, 8. Oktober 2018
bessere Videos

Kinefinity MAVO Review

Heute zeige ich euch die RED Cinema Kamera des kleinen Mannes, für die Filmmaker, die günstig geniale Videos machen wollen. 

Hey ich bin Malte und willkommen auf meinem Kanal Miime Cox, hier lernt ihr YouTube zu verstehen und bessere Videos zu drehen, abonniert doch gerne, wenn ihr nichts zu diesen Themen verpassen wollt.

Auf dem Papier klingt die Kinefinity Mavo fantastisch. Kleiner Formfaktor, Raw, Prores 444, wechselbares Mount und damit die Möglichkeit alle Objektive anzuschließen. Doch die große Frage ist, ist sie auch so gut, wie sie auf dem Papier klingt? Das finden wir im Review raus. Grundlegende Dinge habe ich in meinem Hands On schon besprochen, falls ihr das noch nicht kennt, habe ich es hier verlinkt. Ich habe die Mavo leihweise von Michael und seinem Shop HD Videoshop bekommen, vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Input Lag

Monitore und Viewfinder an Kameras haben immer Inputlag. Ich habe den von der Mavo mal getestet und mit der A7r2 und der FS7 verglichen. Dabei schneidet die Kinefinity immer am schlechtesten ab, wenn auch nur geringfügig. So habe ich eine Verzögerung von 180ms gemessen, bei der A7r2 sind es ca. 130ms und bei der FS7 komme ich auf 70ms. Also ihr seht, alles nicht dramatisch.

SlowMotion

Mit der Mavo ist es auch möglich SlowMotion Aufnahmen zu machen. Für mehr Bilder die Sekunde muss man den Sensorbereich verkleinern, der genutzt wird, wollt ihr also 192 Bilder die Sekunde aufnehmen, muss der Sensor auf 16mm gestellt werden. Mit dem Super35 Sensor sind bei 6k immerhin 60 Bilder möglich. Bei 5k sind es 74.

Lowlight

Die Mavo hat einen nativen ISO von 800 und keinen Dual Native ISO wie der Vorgänger oder die Mavo LF, damit ist sie auch kein Lowlight Monster. Es ist aber möglich bis ISO 6400 noch vernünftives Material zu bekommen.

Rolling Shutter

Die Mavo hat auch einen Rolling Shutter und deshalb solltet ihr darauf achten nicht zu schnelle Bewegungen zu machen. Bei der Mavo ist mir der Rolling Shutter aber nicht schlechter aufgefallen, als bei der FS7 oder der A7s.

Codecs

Die Mavo kann in unterschiedlichen Formaten aufzeichnen. Je nach Schnittrechner solltet ihr darauf achten, dass ihr entweder in HFS oder NTFS formatiert. Die Mavo kann CinemaDNG aufzeichnen, entweder mit einer 3:1, 5:1 oder 7:1 Kompression. Ihr könnt aber auch in ProRes mit 444XQ bis runter zu 422Proxy aufnehmen. Damit ist eigentlich für jeden etwas dabei, sowohl Raw, als auch Prores. In Zukunft wird noch KineRaw dazu kommen, dort sollen Kompressionsraten von 2:1 bis 10:1 möglich sein. Wann genau das rauskommt, kann ich nicht sagen.

ISO Highlight Stops

Es ist möglich in der Kamera den Dynamic Range Bereich zu ändern, also entweder hoch oder runter. Dafür müsst ihr im Menü nach ISO Highlight Stops schauen. Wenn ihr einen niedrigen Wert wie 3.6 einstellt, clippen helle Bereiche sehr schnell und haben keine Zeichnung mehr. Wenn ihr einen Wert von 6.6 einstellt, dann könnt ihr viel mehr Zeichnung in hellen Bereichen bekommen. Hier am Kaktus seht ihr, einmal 3.6 und einmal 6.6. Es sind jeweils genau die selben Einstellungen, nur habt ihr einmal noch Zeichnung im Kaktus und einmal nicht. Nachteil an 6.6 ist, dass ihr nur ISO 2000 nutzen könnt, anstatt der nativen 800, bei 3.6 könnt ihr weiter runter gehen!

Mount

Das Mount an der Kinefinity Mavo ist modular aufgebaut. Ihr bekommt die Kamera mit dem sogenannten Kinemount, das ist nur dafür da, um andere Mounts zu adaptieren. So ist es auch möglich ein E-Mount Adapter zu benutzen und da ich von Sony komme, kann ich meine Objektive daran nutzen. Leider ist das E-Mount noch ohne Elektronik, ihr könnt damit also nicht die Blende steuern bei elektronisches Objektiven, rein manuelle funktionieren. So kann ich aber auch an der Mavo meinen Speedbooster nutzen und bekomme den Vollformatlook.

Direkt von Kinefinity gibt es aber auch EF, PL oder Nikon Mounts und diese dann auch teilweise mit eigebautem variablen ND Filter oder auch mit einem Focal Reducer, ähnlich zu dem Metabones Speedbooster. Leider wird Bildstabilisierung im Objektiv noch nicht unterstützt.

Stromversorgung

Die Mavo kann mit zwei Arten von Akkus betrieben werden. Im Handgriff befinden sich BP-U Akkus, die ein paar mehr Wh haben, als zB die Standardakkus von Sony. Die BP-U Akkus reichen für ca. 75 Minuten. Außerdem ist es möglich mit dem Kineback V-Mount Akkus zu benutzen. Diese halten wirklich ewig. Was ziemlich cool ist, normalerweise muss man zum Akku wechseln die Kamera ausmachen, bei so einer Cinemakamera kann das eine Weile dauern. Ihr könnt bei der Mavo aber einfach den Akku im Handgriff rausnehmen, wenn der V-Mount Akku hinten dran ist und andersherum. Die Kamera wird auch mit nur einem Akku mit Strom versorgt. Was ein bisschen schade und sehr ungewohnt ist, es gibt keine Anzeige im Display, wie lange der Akku noch reicht, natürlich kann man am V-Mount Akku drücken und den Status überprüfen oder man nimmt den Akku aus dem Handgriff kurz raus, aber das ist eben sehr umständlich.

Speichermedien

Die Mavo nimmt auf SSDs auf. Es gibt direkt von Kinefinity SSDs, doch die braucht ihr nicht unbedingt. Auch welche von Sandisk, Samsung oder anderen Herstellern funktionieren wunderbar. Damit seit ihr extrem günstig unterwegs, denn ein TB kostet ca. 300€. Ich habe für meine erste XQD Karte von Sony 350€ bezahlt und die hat 64GB. Bei RED wiederum kostet eine 1TB Festplatte 3000€ und 1TB ist sehr wenig für so eine Kamera, wenn sie dann mal 6k und Slowmotion aufnimmt. Deshalb ist es wirklich fantastisch, dass ihr hier einfach SSDs benutzen könnt.

Fazit

Vorteile

Im großen und ganzen bin ich wirklich begeistert von der Mavo und freue mich umso mehr, wenn die MAVO LF rauskommt. Ich mag den Formfaktor, sie ist klein und modular, ich kann eigentlich alles abnehmen und sie so auf eine Drohne oder Gimbal packen oder ich kann sie extrem hochriggen. Fantastisch ist, dass man alle Codecs immer aufnehmen kann, egal wie klein die Kamera ist. Bei meiner FS7 kann ich ProRes nur aufnehmen, wenn ich eine Erweiterung kaufe und die muss mit einem V-Mount Akku betrieben werden, das macht die Kamera extrem lang. Will ich Raw aufnehmen, brauche ich noch einen Recorder. Die Mavo kann all das auch als kleiner Würfel! Die Kamera kann RAW in 6k aufnehmen und das ist noch eine Seltenheit. Außerdem bekommt ihr unglaublich viele Mountoptionen. Akku und SSD Optionen, die relativ günstig sind, sind ein gutes Argument für die Kamera.

Nachteile

Was mir weniger gut gefällt ist der Inputlag, klar haben viele Kameras den, aber er ist bei der Mavo doch relativ hoch. Am Anfang hat es mich sehr rausgebracht beim Schärfeziehen, mit ein bisschen Gewöhnung ging es dann aber, trotzdem wäre weniger natürlich besser!

Dann ist der Preis für die Mavo doch relativ hoch. So kostet die Mavo als Basis Paket knapp 10.000€. Dann habt ihr aber noch nicht den Kineback dazu, den ihr für Ton und SDI braucht. Wenn ihr also das sinnvollste Paket nehmt, kostet das ca. 11.600€. Da bekommt man eine Ursa Mini Pro eine C200 oder eine EVA1 günstiger. Wo der Preis aber extrem interessant wird, ist bei der Mavo LF, denn die hat einen Vollformatsensor und mit dem Basis Paket für  14.750€ zu haben. Das ist natürlich auch extrem teuer, aber andere Cinema Kameras mit Vollformatsensor wie die Sony Venice kostet ab 41.650€ und da bekommt ihr nur das Brain. Die Vollformatkamera von RED kostet auch ab 58.200€ nur für das Brain.

Was noch nicht so schön ist, die SDI Anschlüsse am Kineback geben nur Full HD Material aus, also kein 4k. Das ist nicht so schlimm, wenn ihr darüber nur das Bild für den Kunden oder Kameraassistenten ausgeben wollt, aber mit externem Recorder aufnehmen ist nicht möglich in 4k.

Vielen Dank an der Stelle nochmal an Michael vom HDVideoshop, ich habe euch alle wichtigen Infos zu ihm und seinem YouTube Kanal unten verlinkt!

Habt ihr Fragen zur Mavo, dann schreibt sie mir gerne in die Kommentare und ist das hier euer erstes Video auf meinem Kanal, dann abonniert doch gerne Miime Cox, denn hier lernt ihr YouTube zu verstehen und bessere Videos zu drehen. Vergesst dabei nicht die Glocke zu aktivieren, vielen Dank fürs zuschauen und bis zum nächsten Video.